Gründung Merseburger Notfallverbund am 24. Juni 2026
Im Merseburger Schloss wurde am 24. Juni der Merseburger Notfallverbund zum Schutz von Kulturgut offiziell gegründet. Mit der Unterzeichnung einer gegenseitigen Vereinbarung verpflichten sich die beteiligten Institutionen zur partnerschaftlichen Unterstützung im Notfall. Dem Verbund gehören das Kulturhistorische Museum Merseburg, das Stadtarchiv Merseburg, das Kreisarchiv Saalekreis, das Dom- und Diözesanarchiv, das Hochschularchiv der Hochschule Merseburg sowie die Abteilung Merseburg des Landesarchivs Sachsen-Anhalt an.
Der Landrat des Saalekreises, Herr Hartmut Handschak, und der Oberbürgermeister der Stadt Merseburg, Herr Sebastian Müller-Bahr, betonten in ihren Grußworten die Bedeutung des Verbundes als weitere Kooperation, wo Wissen und Ressourcen geteilt werden und die beteiligten Institutionen hierdurch noch enger zusammenrücken.
Diesen Gedanken griff auch Herr Dr. Ralf Lusiardi in seinem Festvortrag „Notfallverbünde in Sachsen-Anhalt: Entstehung – Bedeutung – Perspektiven“ auf. Die fünf bestehenden und die drei in Gründung befindlichen Notfallverbünde im Land teilen Wissen und Ressourcen für eine effektive Notfallvorsorge. Die auf einem Vertrag beruhende Kooperation schaffe Vertrauen und Sicherheit für alle Beteiligten und bilde gleichzeitig die Basis für einen Wissenstransfer, welcher das Erstellen von hausinternen Risikoanalysen und Notfallplänen gleichermaßen ermöglichen würde, wie das Einüben von konkreten Abläufen für ein Ereignis, welches hoffentlich nie eintritt. Insbesondere in Zeiten, in denen Klimawandel, Havarien und politische Konflikte die Risiken für Kulturgüter verschärfen, während gleichzeitig materielle und personelle Ressourcen sinken, sei das gemeinsame Unterhalten von Notfallmaterialien und Transportstrukturen das Mittel der Wahl. Laut Dr. Lusiardi müsse diese Verbundlösung flächendeckend im Land gefördert, in regionale Katastrophenstäbe eingebunden und durch eine übergeordnete Koordinierungsstelle unterstützt werden.
In Merseburg ging man dabei einen besonderen Weg: Das gegenseitige Vertrauen wurde bereits im Vorfeld durch das kooperative Erstellen von Risikoanalysen und eine erste Notfallübung im Sommer 2025 aufgebaut. Die aktuelle Unterzeichnung der Notfallvereinbarung bildet nun den feierlichen, schriftlichen Abschluss dieses erfolgreichen Prozesses.

