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Emigrationszertifikat und Sterbenachweis des Staates New York aus dem Jahr 1883

Ein eher seltenes Dokument – sowohl hinsichtlich seines Ursprungs als auch seiner Struktur – wurde kürzlich in der Amtsgerichtsüberlieferung Naumburgs entdeckt und nach inhaltlicher Prüfung dem Bestand C 50 Landratsamt und Kreiskommunalverwaltung Naumburg zugeordnet. Es handelt sich um ein am 14. Juli 1883 ausgestelltes Zertifikat der Einwanderungskommission (Commissioners of Emigration) des Staates New York. Die Besonderheit der Struktur dieses Schriftstücks liegt in der Kombination von Einreisebestätigung, Sterbenachweis und deutscher Beglaubigung.

In der Einreisebestätigung (oberer TeiI) wird bescheinigt, dass Emil Hagewald („Nagewald“), ein 23-jähriger Naumburger, am 23. Juni 1880 im Hafen von New York ankam. Er reiste dabei von Hamburg aus auf der Frisia, einem bekannten Dampfschiff der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG), nach New York.

Im zweiten Teil des Dokuments (mittlerer Teil) wird hingegen durch die Einwanderungskommission bescheinigt, dass Emil Hagewald („Nagewald“) bereits am 7. April 1883, also nach dreijährigem Aufenthalt in den USA, im Hospital auf Wards Island an Phthisis, also Tuberkulose bzw. „Schwindsucht“, verstorben ist.

Das Dokument (unterer Teil) schließt mit der deutschen Beglaubigung der Echtheit der Unterschrift des Superintendenten der Einwanderungskommission des Staates New York H. J. Jackson durch den Kaiserlich Deutschen Generalkonsul in New York am 14. Juli 1883. Diese Beglaubigung war notwendig, damit das Dokument bei den preußischen Behörden u. a. für Erbschaftsangelegenheiten rechtlich anerkannt wurde.

Das Dokument gibt einen kleinen Einblick in die Risiken (von Schiffsunglücken über Krankheiten bis zu Armut), die mit Auswanderung in die USA im 19. Jahrhundert einhergingen.