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Vortrag von Dr. des. Anna Horstmann:

„Die Kollegin wird ihren Mann stehen“. Frauenarbeit im Mitteldeutschen Chemiedreieck

Die Frauenförderung und weibliche Erwerbsarbeit im Mitteldeutschen Chemiedreieck während der DDR-Zeit stehen im Fokus des Vortrags der Historikerin Dr. des. Anna Horstmann. Anhand von Beispielen aus den Leuna-Werken, dem Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld und der Farbenfabrik Wolfen stellt sie dar, wie die staatlich verordnete Frauenförderung umgesetzt wurde und welche Herausforderungen dabei auftraten. Trotz der politischen Verpflichtung zur Integration und Qualifizierung von Frauen blieben viele von ihnen in niedrig qualifizierten und schlecht bezahlten Positionen. Traditionelle Rollenbilder und die Doppelbelastung aus Erwerbs- und Sorgearbeit stellten erhebliche Hindernisse dar. Die staatlich geförderte Frauenpolitik führte so zwar zu einem hohen Frauenanteil in der chemischen Industrie, jedoch ohne die grundlegenden Geschlechterhierarchien zu verändern. Der Vortrag beleuchtet die Diskrepanz zwischen den propagierten Gleichstellungszielen und der Realität in der DDR-Chemieindustrie.

Zur Referentin:

Frau Dr. des. Anna Horstmann ist Akademische Rätin auf Zeit an der Universität Bielefeld und forscht zur Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, Geschlechtergeschichte und Geschichte der Arbeitswelten. In ihrer an der Ruhr-Universität Bochum verteidigten Dissertation befasste sie sich mit „Frauen im Labor. Chemikerinnen und Laborantinnen in der deutschen Chemieindustrie von 1900 bis 1990.“

Veranstaltungsort:

Landesarchiv Sachsen-Anhalt

Abteilung Magdeburg, Brückstraße 2

39114 Magdeburg

(Workshop- und Vortragsraum)

Datum:

Mittwoch, 11.03.2026, um 17 Uhr

Alle Interessierten sind zur kostenfreien Veranstaltung herzlich eingeladen. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.